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Tips für Teams im Gesundheitswesen

Hier posten wir regelmässig Ideen, Ansätze und Tips für alle Mitarbeiter, die im Gesundheitswesen täglich dafür arbeiten, dass Patienten sicher und freundlich versorgt werden.

 

 

Starten Sie jetzt Ihr Fehlermanagement!

Fehlermanagement ist eines der erfolgreichsten und einfachsten Management-Werkzeuge und gehört gleichzeitig zu den Anforderungen des Gesetzgebers an die QM-Systeme im Gesundheitswesen.
Um sein Fehlermanagement zu starten schaffte ein mir bekannter Praxisinhaber eine kleine Kladde an, die er in ein Regal an der Anmeldung stellte. Er bat sein Team, Fehler dort einzutragen. Die Einträge sollten dann in der wöchentlichen Teamsitzung besprochen werden. Seine Mitarbeiterinnen hatten (wie zu erwarten war) zunächst deutliche Bedenken.
In der ersten Woche trug er daher einen Fehler, den er selbst gemacht hatte, in die Kladde ein. In der Teamsitzung wurde sein Fehler besprochen und er bekam gute Tipps, wie er eben diesen Fehler in Zukunft vermeiden könne.
In der zweiten Woche wurde wieder ein Fehler des Kollegen besprochen. In dieser Teamsitzung strahlte er sein Team von Herzen an und meinte „Das ist ja schön, dass außer mir hier keiner Fehler macht“.
Daraufhin traute sich die erste Mitarbeiterin, einen Fehler aufzuschreiben, den sie selbst gemacht hatte. Seither ist dieses kleine Buch der Dreh- und Angelpunkt des QM-Systems dieser Praxis.

 

Der Tip des Athene-Teams:

Eröffnen Sie ein Ideen- und Fehlerbuch oder legen Sie einen „Ideen- und Fehler-Patienten“ im Computer an. Gehen Sie als Praxisinhaber mit gutem Beispiel voran. Fordern Sie die Teilnahme am Fehlermanagement von Ihren Mitabeitern konsequent ein. Besprechen Sie die Eintragungen zeitnah. Überlegen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Team, wie die jeweiligen Fehler künftig vermieden werden können und setzen Sie das Beschlossene um.  Auf diese Weise kommen Sie schnell und einfach zu einem schlanken und effizienten QM-System, das nach einiger Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit auch zertifizierungsfähig ist.

 

 

Matratze verlaust, Gruss, Schwester Heike

Vor einiger Zeit war eine Bekannte längere Zeit im Krankenhaus. Sobald sie wieder gehen konnte spazierten wir umher. In einer Ecke des Flurs dieser Klinik lehnte 7 Tage lang eine Matratze, auf der ein kleiner gelber Klebezettel klebte. Auf dem Zettel stand: „Matratze verlaust, Gruß Schwester Heike“. Fragen Sie mich nicht, wie lange sich Läuse in einer Matratze fixieren lassen. Spannend ist, dass an dieser Matratze eine ganze Reihe von Menschen vorbei gelaufen sind: Pfleger, Ärzte, Verwaltungsmitarbeiter… Keiner sah sich bewogen, die Matratze zu entsorgen. Vermutlich gab es (nach den Regeln des QMs) einen Hygienebeauftragten, der das Problem schon lösen wird… QM bedeutet, als Praxisinhaber eine Kultur aufzubauen, die sicherstellt, dass sich alle Mitarbeiter für auftauchende Verbesserungsmöglichkeiten selbst verantwortlich fühlen. Dazu gehört z.B., den Pizzaflyer vom letzten Jahr JETZT von der Pinnwand zu nehmen, die abgelaufene Sauerstoff-Flasche aus dem Notfallkoffer heute zur Apotheke zu bringen, den Schreibtisch heute aufzuräumen,… Gehen Sie als Vorbild voran und bedanken Sie sich von Herzen bei Jedem, der Sie auf ein Verbesserungspotential hinweist. Aber Vorsicht: Letzteres braucht Mut und Rückgrat. QM ist eben eines der letzten Abenteuer der Menschheit, wenn Sie sich trauen, es richtig zu machen.

 

Der Tip des Athene-Teams:

Führung durch Vorbild funktioniert hervorragend. Sorgen Sie jeden Tag dafür, dass in Ihrem Einflussbereich irgendetwas besser wird, und wenn es nur Kleinigkeiten sind. Stellen Sie ein kleines Heft hinter die Anmeldung, in die jeder Mitarbeiter und Sie nicht sofort umsetzbare Verbesserungsideen eintragen damit sie nicht verlorengehen, besprechen Sie die Einträge einmal wöchentlich kurz im Team und setzen Sie das Beschlossene um. Stellen Sie klar, dass jeder Mitarbeiter für den Erfolg der Praxis mit verantwortlich ist. Und bedanken Sie sich von Herzen bei Jedem, der Sie auf ein Verbesserungspotential hinweist.

 

 

 

Entrümpeln hilft - auch im QM!

Vor einigen Tagen informierte mich ein Praxisinhaber, dass er sich für QM nicht begeistern könne, aber gut organisiert sei. Er habe Checklisten wo nötig, alle risikorelevanten Abläufe im Griff und seine Mitarbeiter wüssten, was er erwarte und hielten sich daran.

Diesem Praxisinhaber kann ich nur raten, genau so weiterzumachen. Besseres QM gibt es nicht.

 Um es klar zu sagen: Niemand zwingt Sie, Papier zu füllen. In der QM-Richtlinie vom 18. Oktober 2005 werden Sie in Paragraph 4 gebeten, „Prozess- und Ablaufbeschreibungen“ sowie „Durchführungsanleitungen“ zu „nutzen.“ Dort steht weder, wie viele Ablaufbeschreibungen Sie schreiben sollen noch zu welchen Themen. Auch findet sich nirgendwo ein Schachtelsatzparagraph im Gesetz. Sie können also selbst entscheiden, was Sie wozu aufschreiben. Das ist übrigens auch im Sinne der DIN EN ISO 9001. Die Ablaufbeschreibungen sollen den Kopf des Teams entlasten, in Stresssituationen sicherstellen, dass nichts vergessen wird und neuen Mitarbeitern helfen, sich schnell zu orientieren. Gut ist, was hilft.

 

Der Tip des Athene-Teams:

Verwenden Sie in Ihrer QM-Dokumentation eine normale Sprache und vermeiden Sie Schachtelsätze. Verfahrens- und Arbeitsanweisungen zu Themen, die gut laufen und über die alle Mitarbeiter Bescheid wissen, können Sie auch einfach „außer Kraft“ setzen und ins Archiv stellen. Dort holen Sie die Unterlagen wieder hervor, wenn eine neue Mitarbeiterin kommt oder Fehler auftreten. Ausnahme sind verpflichtende Ablaufbeschreibungen, wenn Sie eine Zertifizierung anstreben, zum Beispiel nach DIN EN ISO 9001 oder QEP®.

Entrümpeln hilft – auch im QM.